Doppelbrötchen

Ich versuche stets Rezepte zu backen die aus einfachen Basiszutaten bestehen und die man ohne großen Aufwand realisieren kann. Selbst komplizierte Rezepte kann man meist vereinfachen und dadurch verständlich und nach meinem Empfinden auch oftmals besser machen. Es müssen nicht immer dutzende verschiedene Gewürze oder andere exotische Ingredienzien zugemischt werden.

Eine Komponente kann man allerdings nicht wirklich “vereinfachen”. Zeit! Selbstverständlich kann man durch Zugabe von mehr Treibmitteln, wie Hefe oder Sauerteig, Prozesse beschleunigen aber dies ist dem Geschmack selten zuträglich. Ein Block Frischhefe (42g) auf 500g Mehl und der Teig kann sofort nach dem Kneten in den Ofen. Das Ergebnis schmeckt allerdings dann auch meist nur nach Hefe und man muss diese mit irgendwelchen Gewürzen überlagern.

Ich gebe aber gern zu, dass gerade unter der Woche die Zeit für lange Vorbereitungs- und Gehzeiten fehlt. Dann backe ich meist auch Brötchen mit mehr Hefe und maximal ein oder zwei Stunden Gehzeit. Am Wochenende sieht die Sache dann schon ganz anders aus.

Das nachfolgende Brötchenrezept besteht ausschliesslich aus einfachen Grundzutaten mit nur 5g Frischhefe. Das bedeutet der Teig braucht viel Zeit zum Gehen. Allerdings zahlt sich das Warten mehr als aus. Versprochen!

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Brötchen aus meiner Kindheit

In meiner Kindheit gab es Brötchen, die entgegen der heute allgegenwärtigen „Luftnummern“ noch Substanz und Geschmack hatten. Klar, man hat oftmals eine sehr verklärte Sicht auf die eigene Kindheit aber ich erinnere mich noch gerne daran, wie wir als Kinder die Brötchen ausgehöhlt und den weichen Teigkern, als Kugeln geformt, gegessen haben und erst danach die knusprige Hülle. Ich versuche mir vorzustellen wie das bei den heutigen Brötchen aussehen würde. Von einem nennenswerten Teigkern könnte man zumindest nicht mehr sprechen.

Ich habe lange nach einem Rezept gesucht was mir die Brötchen aus meinen Erinnerungen zurückbringt und ich habe es gefunden. Ob es genau die Brötchen von damals sind, wird sich wohl nicht mehr eindeutig feststellen lassen aber sie kommen doch sehr nahe dran. Es ist jedesmal wie eine Reise in die Vergangenheit wenn ich das Rezept backe.

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Immer wieder Sonntags

Heute zum Sonntagsfrühstück habe ich einmal einen Blick in die jüngere Vergangenheit geworfen und die letzten Jahre „Sonntagsfrühstück“ Revue passieren lassen. Dieser Exkurs war sehr interessant.

Noch vor einigen Jahren gab es bei uns Sonntags die Brötchen aus dem Tiefkühlschrank oder vom Bäcker um die Ecke. Die Marmelade und Konfitüre, sowie auch der Kaffee, stammten aus dem örtlichen Supermarkt. Wie eigentlich alle anderen Dinge auch.

Heute wäre das für mich unvorstellbar. Ich möchte nicht schlecht reden wie wir uns ernährt haben, es waren andere Zeiten und andere Prioritäten. Das Frühstück, bzw. das Essen an sich hatten ein anderen Stellenwert und waren oftmals einfach nur Mittel zum Zweck. Man fand gut was auf den Tisch kam und dachte nicht wirklich weiter darüber nach.

Heute sehe ich das komplett anders und meine Familie und ich haben einen kompletten Wandel durchlebt. Sonntagmorgen 8 Uhr stehe ich in der Küche und suche alle Grundzutaten für Milch- oder Sonntagsbrötchen zusammen. Also ganz klassisch Mehl, Salz, Zucker, Milch, Hefe, etc. Die Zutaten verarbeite ich dann selbst weiter, knete den Teig, forme die Brötchen und backe diese dann im Ofen. Wenn ich vor fünf Jahren eine Küche betreten habe wurde ich gefragt ob ich mich verlaufen hätte und heute stelle ich selbst Lebensmittel her. Verrückt!

Bei den Brötchen haben wir nicht halt gemacht. Den Kaffee bestellen wir heute als ganze Bohne, z.B. bei Coffee Circle aus Berlin. Der Kaffee ist natürlich fair gehandelt, nachhaltig angebaut und nur aus einem Gebiet, bzw. nur einer einzigen Plantage. Während die Brötchen also im Ofen backen und angenehmen Duft in der Wohnung verbreiten, setze ich Wasser auf dem Herd an, ganz Retro in einem Emaille-Wassertopf, leider ohne Pfeife. Parallel dazu mahle ich den Kaffee mit der Hand, genau abgewogen und angepasst auf die jeweilige Kaffeesorte. Kurz bevor die Brötchen fertig sind, brühe ich den Kaffee dann in einer Chemex auf und halte diesen auf einem Stövchen warm.

Damit aber noch nicht genug. Auf dem Frühstückstisch stehen heute keine gekauften Konfitüren oder Marmeladen. Saisonabhängig findet man bei uns Erdbeermarmelade, aus selbst gepflückten Erdbeeren, oder Kirschmarmelade, bzw. Pflaumenmus. Auch vor Experimenten machen wir nicht halt und ab und an findet man auch exotischeres auf dem Tisch. Die Zutaten sind immer sorgsam ausgesucht, bzw. selbst geerntet. Dazu nehmen wir es auch in Kauf ein paar Kilometer mehr zum nächsten Markt zu fahren, nur um dort dann gutes Obst- und Gemüse zu erhalten.

Dies alles ist problemlos machbar wenn man seine Einstellung auf gutes Essen umstellt und die Nahrungsaufnahme nicht mehr nur als notwendiges Übel bzw. punktuelles Essvergnügen im nächstbesten Restaurant betrachtet. Der Aufwand scheint hoch aber geht schnell in die normale Routine über. Bereits nach einigen Wochen denkt man nicht mehr über die „verlorene“ Zeit nach und erfreut sich an der neugewonnenen Lebensqualität. Ich möchte nicht mehr zurück zum „Fertigessen“ und genieße die liebevoll hergestellten Lebensmittel die es bei uns jetzt jeden Tag gibt.

Cheers!
Alex

P.S. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings schon. Auswärts essen wird immer schwieriger, da gute Qualität nicht Standard ist und man schnell lernt den Unterschied zu schmecken.