Ausgepixelt

Seit kurzem bin ich stolzer Besitzer eines iPad Pro 12.9″. Das Gerät soll mir als mobiler Ersatz für meinen Macbook Pro dienen, da mir dieser zu groß und zu schwer ist um ihn die ganze Zeit herumzuschleppen. Wie gut der Ersatz wirklich ist, erkläre ich ein anderes mal, wenn ich mehr Erfahrung mit dem Gerät sammeln konnte.

Nach zwei Wochen stellte ich zum ersten Mal fest, dass sich auf dem iPad Pixelfehler befanden. Für ein Gerät dieser Preisklasse meines Erachtens ein No-Go und ein nicht akzeptabler Makel. Allerdings gibt es irgendeine ISO-Norm die eine bestimmte Anzahl an Fehlern pro X Pixel für zulässig erklärt. Ich war daher erst einmal nicht sehr zuversichtlich das ich ein Tauschgerät oder eine Reparatur auf Garantie erhalten würde. Immer dieser Pessimismus.

Ich startete meinen ersten Versuch direkt beim Apple-Support und wurde dort gewohnt freundlich behandelt. Eine Reparatur wäre möglich aber ich sollte es doch erst beim Händler probieren, dort könnte ich versuchen ein Tauschgerät zu erhalten. Ein neues Gerät ist einer Reparatur immer vorzuziehen also versuchte ich es.

Telefonisch konnte ich den Händler, notebooksbilliger.de, leider nicht erreichen, daher versuchte ich es per Email. Ich erhielt prompt eine automatische Antwort das man 3 – 4 Tage auf ein Feedback warten müsse. Nicht gerade schnell aber ich hatte mal wieder Glück und bereits nach einem Tag erhielt ich eine Antwort. Hier kommt jetzt auch wieder o.g. ISO-Norm ins Spiel. Die erste Antwort vom Händler ging genau auf diese Norm ein. Ich hatte das erwartet und war auch nicht wirklich sauer deswegen. Es ist das Recht des Händlers, allerdings bei einem Gerät über 1.000€ würde ich mir überlegen ob ich gleich mit dInserat Keule ausholen würde.

Hier kommt jetzt mein Glück im Unglück, denn die Pixelfehler waren nicht auf dem ganzen Bildschirm verteilt, sondern konzentrierten sich nur auf einen sehr kleinen Ausschnitt des Bildschirms. Es war also eher ein Fleck. Das teilte ich dem Support in einer zweiten Email mit.

Die Antwort erfolgte prompt einen Tag danach mit einem Retoure-Schein. Ich war überrascht. Dazu gab es eine Email mit Anweisungen und dem netten Satz (sinngemäß): „… bei eindeutig unberechtigten Ansprüchen werden Ihnen sämtliche Kosten in Rechnung gestellt …“.

Trotz allem verpackte ich noch am gleichen Tag das iPad und am nächsten Tag war er auch schon auf dem Weg zum Händler.

Ich hörte zwei Tage nichts.

Dann erhielt ich von Hermes eine Paketankündigung. Keine Info vom Händler. Was kam da zu mir zurück? Das alte iPad mit Pixelfehler und beiliegender Rechnung für Versand und Prüfung durch Fachpersonal? Ein neues iPad und ein netter Brief?

Es war hart, zu wissen das etwas auf dem Weg ist, aber man nicht wusste was. Nachdem sich der Händler aber in Schweigen hüllte blieb mir nichts anderes übrig als abzuwarten.

Und einen Tag später sollte ich die Antwort, also das Paket, bekommen. Als ich es schließlich vom Götterboten Hermes entgegengenommen hatte, riss ich es sofort auf und sah, ja was? Ein neues, originalverpacktes iPad und eine kleine Info zum Tausch des Gerätes aufgrund des geschilderten und geprüften Fehlers.

Natürlich bin ich glücklich das der Fall so ausgegangen ist und auch danke ich dem Händler für die schnelle und „eigentlich“ unkomplizierte Abwicklung. Allerdings wäre ein bißchen mehr Kommunikation für meine Nerven schonender gewesen. Emails kosten nichts, außer etwas Zeit zum schreiben. Egal. Ende gut, alles gut.

Cheers!

Alex

Immer wieder Sonntags

Heute zum Sonntagsfrühstück habe ich einmal einen Blick in die jüngere Vergangenheit geworfen und die letzten Jahre „Sonntagsfrühstück“ Revue passieren lassen. Dieser Exkurs war sehr interessant.

Noch vor einigen Jahren gab es bei uns Sonntags die Brötchen aus dem Tiefkühlschrank oder vom Bäcker um die Ecke. Die Marmelade und Konfitüre, sowie auch der Kaffee, stammten aus dem örtlichen Supermarkt. Wie eigentlich alle anderen Dinge auch.

Heute wäre das für mich unvorstellbar. Ich möchte nicht schlecht reden wie wir uns ernährt haben, es waren andere Zeiten und andere Prioritäten. Das Frühstück, bzw. das Essen an sich hatten ein anderen Stellenwert und waren oftmals einfach nur Mittel zum Zweck. Man fand gut was auf den Tisch kam und dachte nicht wirklich weiter darüber nach.

Heute sehe ich das komplett anders und meine Familie und ich haben einen kompletten Wandel durchlebt. Sonntagmorgen 8 Uhr stehe ich in der Küche und suche alle Grundzutaten für Milch- oder Sonntagsbrötchen zusammen. Also ganz klassisch Mehl, Salz, Zucker, Milch, Hefe, etc. Die Zutaten verarbeite ich dann selbst weiter, knete den Teig, forme die Brötchen und backe diese dann im Ofen. Wenn ich vor fünf Jahren eine Küche betreten habe wurde ich gefragt ob ich mich verlaufen hätte und heute stelle ich selbst Lebensmittel her. Verrückt!

Bei den Brötchen haben wir nicht halt gemacht. Den Kaffee bestellen wir heute als ganze Bohne, z.B. bei Coffee Circle aus Berlin. Der Kaffee ist natürlich fair gehandelt, nachhaltig angebaut und nur aus einem Gebiet, bzw. nur einer einzigen Plantage. Während die Brötchen also im Ofen backen und angenehmen Duft in der Wohnung verbreiten, setze ich Wasser auf dem Herd an, ganz Retro in einem Emaille-Wassertopf, leider ohne Pfeife. Parallel dazu mahle ich den Kaffee mit der Hand, genau abgewogen und angepasst auf die jeweilige Kaffeesorte. Kurz bevor die Brötchen fertig sind, brühe ich den Kaffee dann in einer Chemex auf und halte diesen auf einem Stövchen warm.

Damit aber noch nicht genug. Auf dem Frühstückstisch stehen heute keine gekauften Konfitüren oder Marmeladen. Saisonabhängig findet man bei uns Erdbeermarmelade, aus selbst gepflückten Erdbeeren, oder Kirschmarmelade, bzw. Pflaumenmus. Auch vor Experimenten machen wir nicht halt und ab und an findet man auch exotischeres auf dem Tisch. Die Zutaten sind immer sorgsam ausgesucht, bzw. selbst geerntet. Dazu nehmen wir es auch in Kauf ein paar Kilometer mehr zum nächsten Markt zu fahren, nur um dort dann gutes Obst- und Gemüse zu erhalten.

Dies alles ist problemlos machbar wenn man seine Einstellung auf gutes Essen umstellt und die Nahrungsaufnahme nicht mehr nur als notwendiges Übel bzw. punktuelles Essvergnügen im nächstbesten Restaurant betrachtet. Der Aufwand scheint hoch aber geht schnell in die normale Routine über. Bereits nach einigen Wochen denkt man nicht mehr über die „verlorene“ Zeit nach und erfreut sich an der neugewonnenen Lebensqualität. Ich möchte nicht mehr zurück zum „Fertigessen“ und genieße die liebevoll hergestellten Lebensmittel die es bei uns jetzt jeden Tag gibt.

Cheers!
Alex

P.S. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings schon. Auswärts essen wird immer schwieriger, da gute Qualität nicht Standard ist und man schnell lernt den Unterschied zu schmecken.

Abgestaubt

Ende 2013 habe ich das letzte Mal etwas auf dem Blog veröffentlicht. Danach hatte ich keine Zeit, keine Lust und keine Ideen mehr. Seit einigen Wochen reift in mir der Gedanke wieder Dinge zu schreiben und diese zu veröffentlichen. Ich habe lange hin und her überlegt, ob das Sinn macht oder ob ich, wie so oft, irgendwann einfach wieder die Lust verliere bzw. ein anderes Thema wichtiger wird. Die Lust am Schreiben habe ich nie wirklich verloren und hunderte Entwürfe zu irgendetwas schlummern in Ulysses (dazu später mehr) und warten nur darauf ausformuliert und veröffentlicht zu werden.

Ob das neuerliche Experiment gelingt kann ich heute nicht beantworten. Ich lasse es aber erneut auf einen Versuch ankommen. Es nicht zu tun, wäre ein Eingeständnis aufgegeben zu haben und das ist inakzeptabel.

Also auf ein Neues!

Alex